Großbritannien: Streiks ausgeweitet
[Druckversion] Thema: Europa, Arbeitskämpfe, veröffentlicht: 05.02.2009
Massenversammlungen stimmen Forderungen von Mitgliedern der Socialist
Party zu
Alistair Tice (von der Socialist Partyin Yorkshire) berichtete
telefonisch am Montag, 2. Februar 2009, über die Massenstreiks bei der
Total-Raffinerie in Lindsey (North Lincolnshire):
Das Streikkomitee stimmte den wichtigsten Forderungen von Keith Gibson
und John McKewan zu, die der heutigen Massenversammlung vorgelegt worden
sind.
Keith ist Mitglied der Socialist Party und sitzt im Streikkomitee. John
ist Unterstützer der Socialist Party und wurde als Arbeiter der
Raffinerie rausgeworfen.
Das Streikkomitee fügte eine zusätzliche Forderung hinzu, in der auf der
Wiedereinstellung von John bestanden wird.
Die Forderungen lauten:
Keine Schikanierung von ArbeiterInnen, die an Solidaritätsaktionen
teilnehmen.
Alle ArbeiterInnen in Großbritannien müssen nach dem NAECI Agreement
(landesweites Abkommen für die Maschinenbauindustrie; Erg. d. Übers.)
behandelt werden.
Unter gewerkschaftlicher Kontrolle stehende Erfassung der
Arbeitslosen und der ausgebildeten Mitglieder der Gewerkschaft am Ort
und festgelegte Rechte für den Fall, dass neue Arbeitsplätze zur
Verfügung stehen.
Investitionen seitens der Regierung und der Arbeitgeber in
angemessene Schulungmaßnahmen und Umschulungen für die neue Generation
der Bauarbeiter - Wir müssen für die Zukunft der jungen Menschen
kämpfen.
Sämtliche GastarbeiterInnen müssen gewerkschaftlich organisiert
werden.
Gewerkschaftliche Unterstützung für GastarbeiterInnen (einschließlich
Übersetzertätigkeiten) und Zugang zu gewerkschaftlicher Rechtsberatung -
damit soll eine integrierte Mitgliedschaft aktiv gefördert werden.
Zu den Baugewerkschaften in Kontinentaleuropa müssen Verbindungen
aufgebaut werden.
Mit überragender Mehrheit sprach sich die Massenversammlung für diese
Forderungen aus, die ihnen vom Streikkomitee vorgelegt wurden.
Vor dieser Versammlung hatten Keith und John (sowie ihre Ehefrauen, die
gekommen waren, um die Streikenden zu unterstützen) einige Mitglieder
der BNP (British National Party; eine rechtsextreme Partei) im Parkhaus
gesehen und ihnen gesagt, dass sie nicht erwünscht sind, woraufhin sie
sich verzogen.
Mitglieder der Socialist Party verteilten über 700 Flugblätter, in denen
unsere Position dargelegt wird (die jetzt auch die Position des
Streikkomitees ist) und das auf Zustimmung stieß. Ein Arbeiter dachte
(bevor er das Flugblatt gelesen hatte), dass wir BNP-Flugblätter
verteilen würden, und er protestierte, dass er kein Rassist sei und die
BNP nicht unterstütze. Als ihm gesagt wurde, dass es sich um Flugblätter
der Socialist Party handeln würde, war er erleichtert und unterstützte
die Arbeitereinheit.
Keith ist Teil der Verhandlungsdelegation, die jetzt mit der
Geschäftsführung der Raffinerie verhandelt. Der Streik wird fortgesetzt
und zum jetzigen Zeitpunkt sieht es so aus, als würde er sich bei den
Atomanlagen in Sellafield und Heysham über das ganze Land ausbreiten.
Auch Beschäftigte an anderen Orten haben sich nach Angaben der BBC dazu
entschlossen, die Arbeit niederzulegen. Darunter Grangemouth und
Longannon in Schottland. Warrington und Staythope in Newark befinden
sich ebenfalls im Ausstand.
Die Streiks weiten sich aus von der Fähre in Warrington bis zum
Drax-Kraftwerk in Yorkshire.
[Druckversion]
|