Sozialistische Jugendorganisation dringend gebraucht
[Druckversion] Thema: Linksjugend ['solid], Solidarität - Sozialistische Zeitung Nr. 81, veröffentlicht: 20.07.2009
Jetzt Linksjugend [‘solid] aufbauen!
„Wenn im Zuge der Krise weiter entlassen und der Sozialabbau
fortgesetzt wird, dann schließt Euch uns an. Bis es endlich heißt: ‘Es
war nicht alles schlecht im Kapitalismus’“, so die Strike-Zeitung von
Linksjugend [‘solid], die zum Bildungsstreik 50.000-fach verteilt wurde.
von Michael Koschitzki, Berlin
Warum werden Banken gerettet und Jugendlichen die Zukunft verbaut? Warum
weigert sich ein Krankenhaus auszubilden, obwohl es einen Bedarf an mehr
Krankenpflegern gibt? Warum schickt uns die Regierung Polizisten mit
Knüppeln? Es sind Erfahrungen wie diese, die die Nachfrage nach
antikapitalistischen und sozialistischen Ideen steigern werden. Und den
Aufbau einer sozialistischen Jugendorganisation immer dringlicher machen.
Bildungsstreik
Die Bildungsstreikenden brauchen Alternativen. Linksjugend [‘solid]
braucht MitstreiterInnen, die der Parteispitze Dampf machen. Statt mit
den Wegbereitern von Sozialraub zu liebäugeln und auf
Regierungsbeteiligungen zu setzen, hätte DIE LINKE vor dem 17. Juni die
Anliegen des Bildungsstreiks in Talkshows, durch Flyerverteilungen von
Zehntausenden Mitgliedern und durch Anträge im Bundestag lautstark
unterstützen sollen. Linksjugend [‘solid] sollte weiter am Thema dran
bleiben und auch am bundesweiten Treffen des Bündnisses im Sommer
teilnehmen. Zudem gilt es, den Kita-Streik aktiv zu unterstützen.
Jugendarbeitslosigkeit
Bei Dr. Azubi schrieb Wadim: „Ich bewerbe mich wie verrückt, habe auch
ein gutes Zeugnis, (…) aber leider kommen nur Absagen. (…) Ich bin
momentan total verzweifelt, aber auch wütend.“ Linksjugend [‘solid]
sollte bei Betrieben, die entlassen oder schließen, an Azubis
herantreten und mit ihnen gemeinsam Schritte für Widerstand diskutieren.
Bei Arcandor zum Beispiel gibt es Handlungsbedarf, dort soll über die
Hälfte aller Auszubildenden zur ARGE geschickt werden. Gruppen von
Linksjugend [‘solid] könnten im Bundestagswahlkampf Veranstaltungen zum
Thema Jugendarbeitslosigkeit durchführen. Am Tag der Bekanntgabe der
Ausbildungszahlen wären Protestaktionen denkbar.
Make Capitalism History
Beim Widerstand gegen die Krisenfolgen kommen wir nicht umhin, uns mit
sozialistischen Ideen zu bewaffnen. Eine Gelegenheit bietet sich
beispiels-weise auf dem Sommercamp von Linksjugend [‘solid] Ende Juli
auf der Rabeninsel bei Jena. Dort können wir über Überwachung,
Verstaatlichungen, Revolution und vieles mehr diskutieren. Workshops
über Klimaschutz und Planwirtschaft könnten Vorbereitung für das
Klimacamp in Kopenhagen im Dezember sein.
Der Kongress „Make Capitalism History“ Anfang Oktober an der FU Berlin
könnte ebenfalls ein Highlight werden. Linksjugend [‘solid] sollte die
Studierenden von LINKE.SDS in der Vorbereitung unterstützen und dorthin
mobilisieren.
Che Guevara sagte mal: „Die Revolution ist kein Apfel, der vom Baum
fällt, wenn er reif ist; man muss machen, dass er fällt.“ Linksjugend
[‘solid] muss sich in die Bewegungen einmischen und Jugendliche
zusammenbringen, die sich radikalisieren. Denn: Wir wollen nicht weniger
als die Welt verändern!
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