Schweres Erdbeben in Chile
[Druckversion] Thema: Mittel- und Süd-Amerika, Umwelt, veröffentlicht: 01.03.2010
Polizei geht gegen Opfer vor, statt zu helfen
Im folgenden veröffentlichen wir die Übersetzung eines kurzen
Berichts von Socialismo Revolucionario, der chilenischen
Schwesterorganisation der SAV, zum Erdbeben im Süden Chiles.
Chile wurde von einem gewaltigen Erdbeben erschüttert, welches das
gesamte Staatsgebiet getroffen hat. Das Epizentrum war nahe Concepción,
der zweitgrößten Stadt des Landes. Die Straßen- und Telefonverbindungen
sind immer noch schwierig oder ganz unterbrochen.
Dem Erdbeben folgten mehrere Seebeben und ein Tsunami, welcher viele
Küstensiedlungen ausradierte und insbesondere Fischerdörfer
überschwemmte. Die Informationen sind noch sehr unvollständig, aber es
scheint, dass die Mehrheit der Menschen es zumindest geschafft hat, in
höher gelegene Zonen zu fliehen und ihr Leben zu retten.
Viele Wohngebiete im ganzen Land sind stark beschädigt. Offizielle
Schätzungen sprechen von 1,5 Millionen betroffenen Häusern. In vielen
Regionen fehlen weiterhin Energie, Wasser und Strom. In manchen Gegenden
waren Menschen gezwungen, Supermärkte zu öffnen, um sich Lebensmittel
und Wasser zu beschaffen. In solchen Fällen mussten wir empört
beobachten, dass die Polizei – anstatt die Verteilung von Lebensmitteln,
Wasser und Milch für Babies und Kleinkinder sicher zu stellen – die
Menschen gewaltsam an der Öffnung hinderte, um den “Privatbesitz” zu
schützen. Eine unglaubliche Situation angesichts der Katastrophe, die
vor uns liegt.
Wir bedanken uns für die zahlreichen besorgten Solidaritätsbekundungen,
die uns erreicht haben. Glücklicherweise sind dort, wo wir es bisher
überprüfen konnten (es gibt Regionen, die weiterhin abgeschnitten sind),
alle GenossInnen von Socialismo Revolucionario wohlauf.
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