Gemeinsame Arbeiteraktionen gegen kapitalistische Kürzungen!
[Druckversion] Thema: Europa, CWI/KAI, Griechenland, veröffentlicht: 30.04.2010
Sieg den griechischen und allen europäischen ArbeiterInnen! Solidarität
mit dem griechischen Generalstreik am 5. Mai! Für einen internationalen
Aktionstag!
Gemeinsame Erklärung des Komitees für eine Arbeiterinternationale
(KAI/CWI)
In der jüngsten Periode wurde eine brutale Offensive von
kapitalistischen Regierungen zusammen mit den internationalen
Geldmärkten gestartet, die die öffentlichen Dienstleistungen und
Lebensstandards der arbeitenden Menschen verschlechtern sollen, um für
die Krise des Kapitalismus und die massiven Kosten für die Rettung der
Banken und des Finanzsystems zu zahlen. In dieser vom griechischen
Ministerpräsidenten Papandreou als „Krieg“ beschriebenen Lage hat es
eine neue Phase in der Kürzungsoffensive besonders in Südeuropa gegeben
als Reaktion auf die sich ausbreitende Ansteckung, die von der
griechischen Schuldenkrise ausgelöst wurde. Dies wirft auf dramatische
Weise die Notwendigkeit einer gemeinsamen Reaktion der ArbeiterInnen von
Europa auf. Ein gemeinsamer europaweiter Aktionstag am 5. Mai wäre ein
wichtiger erster Schritt vorwärts. Arbeiterführer sollten den Ersten Mai
nutzen, um zu dieser internationalen Solidaritätsaktion aufzurufen.
Das Herunterstufen der Kreditratings von Standard & Poor’s für
Griechenland (auf das Niveau von „Ramschanleihen“), Portugal und Spanien
hat der Krise einen weiteren Schub gegeben. Kapitalistische
Institutionen wie EU und IWF und ebenso kapitalistische Regierungen
fordern schnellere, tiefergehende und verheerendere Kürzungen und
Sparmaßnahmen, um die „Götter“ der Märkte und Kreditrating-Agenturen
gnädig zu stimmen. Die IWF-Vorschläge für Griechenland, zu denen das
pauschale Zusammenstreichen der Löhne und eine völlige Beseitigung des
13. Monatsgehalts im öffentlichen Dienst gehören, sind ein Rezept für
weitere Verheerungen.
Die portugiesische Socrates-Regierung warf die Möglichkeit auf, als
Reaktion auf die Lage ihr schon brutales Kürzungs- und
Privatisierungsprogramm vorzuziehen. In Spanien kündigte die
Zapatero-Regierung vor einigen Monaten einen Kürzungsplan zur Streichung
von 55 Milliarden Euro bei den öffentlichen Ausgaben an. Der
Angriffsplan der griechischen PASOK-Regierung stellt einen verheerenden
Schlag gegen die ArbeiterInnen und Jugend dar. Wenn die Regierung Erfolg
hat, stehen ihnen ein Jahrzehnt und mehr an Kürzungen und sinkendem
Lebensstandard bevor, damit sie die Verpflichtungen der Kapitalisten und
Spekulanten des Landes erfüllen, die die Wirtschaft ruinierten und von
ihren Freunden in EU und IWF gerettet wurden.
Die herrschenden Klassen in Deutschland und Griechenland verwendeten
nationalistische Rhetorik, um die Arbeiterklasse zu spalten. Zum
Beispiel hat die deutsche herrschende Klasse eine Verleumdungskampagne
gegen die ArbeiterInnen von Griechenland gestartet. Die führenden
europäischen Mächte sind bestrebt, die Angriffe in den Ländern
Südeuropas zu beschleunigen und zu verstärken, um ihre Stellung in Bezug
auf den Euro und die internationalen Finanzmärkte zu schützen. Die
Arbeiterbewegung und die Linke müssen gegen dieses Programm kämpfen, das
die ArbeiterInnen auf dem ganzen Kontinent gegen einander in Stellung
bringen soll. Die von den kapitalistischen Regierungen in Griechenland
und Portugal zum Ausdruck gebrachten Ansichten, die die ganze Schuld für
die sich in diesen Ländern entwickelnde Lage den internationalen Märkten
geben möchten, stellen nur eine Seite der Lage dar. Diese
nationalistischen Ansichten stellen auch einen Versuch dar, die Tatsache
zu maskieren, dass das kapitalistische System und seine Logik schuld
sind, die von diesen nationalen Regierungen ebenso wie von den
internationalen Haien des Finanzsystems unterstützt werden.
Es ist klar, dass Regierungen der stärkeren Mächte, wie Deutschland, die
gegenwärtig versuchen, einen Angriff auf die griechischen und
portugiesischen Arbeiterklassen durchzudrücken, dasselbe Menu von
Angriffen auf die Arbeiterklasse und Jugend zu Hause planen.
Dies wirft klar die Notwendigkeit von Arbeitereinheit und
Internationalismus als Reaktion auf die Angriffe des nationalen und
internationalen Kapitalismus auf. Griechische Gewerkschaften haben zu
einem Generalstreik am 5. Mai aufgerufen in Opposition gegen die von der
Papandreou-Regierung und den kapitalistischen Geiern von EU und IWF
aufgezwungenen Kürzungen. Dies ist ein Beispiel, das die
Gewerkschaftsführer in Portugal und Spanien und anderen Ländern
nachahmen sollten, wo die ArbeiterInnen und Jugend massive Wut und
Kampfbereitschaft gezeigt haben. Der landesweite Transportstreik in
Portugal am Dienstag, 27. April, an dem es eine Beteiligung von über 95
Prozent gab, ist ebenso wie die massiven Demonstrationen in Spanien im
Februar gegen die Regierungsangriffe auf die Renten ein Vorgeschmack auf
die Resonanz, auf die ein Generalstreik stoßen würde. In Deutschland, wo
sich die Regierung auf einen Generalangriff auf das Gesundheitssystem
rüstet, stellt sich auch die Frage einer kämpferischen Steigerung der
Gegenwehr. In jedem Land in Europa werden ähnliche Angriffe entweder
geplant oder umgesetzt, die ihren ganzen Charakter nach eine
verallgemeinerte Reaktion erfordern.
Dass griechische ArbeiterInnen am 5. Mai den Weg in den Kampf anführen,
bietet eine wichtige Gelegenheit für einen europaweiten Aktionstag als
einen ersten Schritt hin zu einer Kampagne der internationalen
vereinigten Aktion gegen die Krise und die Angriffe des Kapitalismus.
Dies würde ArbeiterInnen in ganz Europa eine entscheidende Gelegenheit
geben, die kollektive Stärke einer über nationale Grenzen hinweg
organisierten Arbeiterklasse zu spüren. Gewerkschaften und die Linke in
ganz Europa müssen diesen Aufruf aufgreifen. Das CWI wird eine
enthusiastische Kampagne für dieses Ziel machen, um den Widerstand zu
vereinigen und die giftigen, spaltenden Versuche der Kapitalisten und
ihrer Regierungen zur nationalistischen Spaltung zu durchkreuzen. Der 1.
Mai, der internationale Tag der Arbeiterbewegung, muss genutzt werden,
um für die Notwendigkeit einer internationalen Aktion der
Arbeiterbewegung angesichts der internationalen Krise einzutreten. Ein
klarer Aufruf für eine vereinigte Arbeiteraktion am 5. Mai sollte ein
erster Schritt für weitere Proteste und eine Aktion auf
gesamteuropäischer Grundlage sein.
- Keine Kürzungen und Privatisierungen! Lasst die Bosse für ihre Krise
zahlen!
- Sieg den griechischen ArbeiterInnen!
- Keine Schuldenzahlungen an die kapitalistischen Geier in den Banken,
EU und IWF! Nein zur Diktatur der Finanzmärkte,
Kreditrating-Institutionen und des IWF! Verstaatlichung der Banken und
des Finanzsektors unter der demokratischen Kontrolle und Verwaltung der
arbeitenden Menschen!
- Nein zur Massenarbeitslosigkeit! Verteilung der Arbeit bei vollem
Lohnausgleich! Für massive Staatsinvestitionen in Programme öffentlicher
Arbeiten zur Schaffung gesellschaftlich sinnvoller Arbeit für die
arbeitslosen Millionen!
- Nein zu einem Europa der Bosse! Für ein Europa der Solidarität und des
Kampfes der arbeitenden Menschen! Für eine demokratisch-sozialistische
Föderation Europas als einer Alternative zur kapitalistischen EU!
Das CWI verbindet diese Forderungen mit dem Kampf für die
Verstaatlichung der Kommandohöhen der Wirtschaft unter Arbeiterkontrolle
und -verwaltung, um einen sozialistischen Produktionsplan zur Beendigung
der Krise und Entwicklung der Wirtschaft im Interesse der ArbeiterInnen
im Einklang mit den Bedürfnissen der Umwelt zu entwickeln. Die einzige
nachhaltige, gangbare Lösung für die gegenwärtige Krise ist die
sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft international.
Die gegenwärtige Lage stellt eine tief greifende Sackgasse für die
kapitalistische EU dar. Es gibt keine stabile Lösung für einzelne
kapitalistische Länder. Das CWI steht gegen das Europa der Bosse und für
eine sozialistische Föderation Europas auf einer gleichberechtigten und
freiwilligen Grundlage.
Unterzeichnet von
Xekinima (CWI in Griechenland)
Socialismo Revolucionário (CWI in Portugal)
CWI-Mitgliedern in Spanien
Sozialistische Alternative - SAV (CWI in Deutschland)
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