Endspurt Bildungsstreik
[Druckversion] Thema: Jugend, Bildung, veröffentlicht: 18.05.2010
Bundesweites Bildungsstreik-Vernetzungstreffen in Darmstadt
Am Himmelfahrtswochenende (13.-16. Mai) trafen sich
Bildungsstreik-AktivistInnen aus ganz Deutschland in Darmstadt. Mit 40
bis 60 TeilnehmerInnen brachte das Treffen einen Monat vor dem
Bildungsstreik am 9. Juni nicht das Potential der Bewegung zusammen.
Fortschritte konnten bei der Einbeziehung von Auszubildenden erreicht
werden.
von Sönke, Essen
Mit rund 40 bis 60 TeilnehmerInnen konnte das Treffen leider nicht die
volle Bandbreite der Tausenden SchülerInnen, Studierenden und Azubis
darstellen, die in den letzten Monaten im und um den Bildungsstreik
aktiv waren. Dass nicht die volle Stärke der Bewegung ihren Ausdruck
fand, zeigte sich einerseits an der Stimmung und den endlos
erscheinenden Debatten über Abstimmungsverfahren, Diskussionskultur oder
Handzeichen.
Andererseits fanden jedoch Arbeitsgruppen unter anderem zu Themen wie
„Azubis“ und „Wir zahlen nicht für eure Krise“ statt, die mit von
Mitgliedern der SAV angeregt wurden. In ihnen wurde lebhaft über die
Verbreiterung der Bewegung auf Azubis sowie junge Beschäftigte und
Erwerbslose diskutiert. Die TeilnehmerInnen der Arbeitsgruppe „Azubis“
stimmten darin überein, dass Auszubildende ebenso wie Jugendliche an
Schulen und Universitäten von den Folgen der kapitalistischen Krise
betroffen sind und deshalb gemeinsame Kämpfe nötig sind. Positiv wurden
gemeinsame Proteste von Bildungsstreik-AktivistInnen und Azubis in Bonn,
Essen und Kassel hervorgehoben. In Bonn und Kassel werden am 9. Juni
junge Beschäftigte aus verschiedenen großen Betrieben ausgehend von
Jugendversammlungen am bundesweiten Bildungsstreik teilnehmen.
Neben dem 9. Juni als zentral verabredetem Bildungsstreiktag wurde über
die bundesweiten Anti-Krisen-Demos am 12. Juni unter dem Motto „Wir
zahlen nicht für eure Krise. Gemeinsam gegen Erwerbslosigkeit,
Kopfpauschale und Bildungsabbau“ in Berlin und Stuttgart gesprochen. In
Diskussionsbeiträgen wurde unterstrichen, dass diese Proteste und der
Bildungsstreik nur der Beginn einer Massenbewegung gegen Bildungsabbau,
Arbeitsplatzvernichtung und Sparprogramme sein können, die durch Streiks
der Werktätigen das kapitalistische System in die Knie zwingen müssen.
Die Arbeitsgruppe „Azubis“ unterstützt die Jugendkonferenz
„Die Generation Krise schlägt zurück“ am 19. Juni in Kassel.
Dort bietet sich die Möglichkeit für betriebliche AktivistInnen,
SchülerInnen und Studis, über gemeinsamen Widerstand und
Gesellschaftsalternativen zu diskutieren.
Enttäuschend war die Teilnahme der Führung von Linkjugend ["solid]. Zwar
hatten sich einige Mitglieder beteiligt, aber niemand aus dem
BundessprecherInnenrat war vor Ort und es gab entgegen den letzten
Treffen keine gemeinsame Vorbereitung. Um die beim Bundeskongress
beschlossene Kampagne umzusetzen und sich unter dem Aspekt „Generation
Krise / soziale Kämpfe“ zu beteiligen ist deutlich mehr nötig.
Aus organisatorischen Gründen waren die Plakate und Flugblätter für den
Bildungsstreik nicht nach Darmstadt gekommen und werden erst in einer
Woche verschickt. Die Plakatierungen und Flugblattverteilungen müssen
dann schnell organisiert werden. Bis zum 9. Juni ist schließlich nicht
mehr viel Zeit. Also Endspurt Bildungsstreik und die Aktionswoche
vorbereiten.
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