Kirgistan: ethnische Konflikte brechen auf
[Druckversion] Thema: Asien, veröffentlicht: 28.06.2010
Für Arbeitereinheit gegen Pogrome und die Politik der Herrschenden!
Wir veröffentlichen hier einen Artikel von Rob Jones (CWI
Russland), der am 17. Juni 2010 auf englischer Sprache auf
www.socialistworld.net veröffentlicht wurde.
Kaum mehr als zwei Monate sind vergangen, als die revolutionären
Ereignisse in Kirgistan zum Sturz des ehemaligen Präsidenten Bakijew und
der Errichtung einer "provisorischen Regierung" unter Rosa Otunbajewa
geführt haben. Und schon befindet sich das Land inmitten brutaler
ethischer Konflikte, die einen erneuten Zusammenbruch des Staatsapparats
bewirken können. Nach offiziellen Angaben sind bisher über 170 Menschen
getötet und tausende weitere verletzt worden. Andere Quellen wie das
Rote Kreuz sprechen von hunderten Todesopfern.
Das benachbarte Usbekistan hat seine Grenzen zu Kirgistan geschlossen,
da 700.000 Usbekischstämmige über die Landesgrenze flüchteten, die wegen
der herrschenden Pogrome Kirgistan verlassen mussten. Die kirgisische
Regierung in Bischkek, der Landeshauptstadt, hat eine
Generalmobilisierung aller Männer unter 50 Jahren sowie eine 24-stündige
Ausgangssperre über die drei südlichen Regionen des Landes ausgerufen.
Um die Ordnung wieder herzustellen hat die neue Präsidentin Otunbajewa
zudem einen offiziellen Schießbefehl an die Truppen ausgegeben.
Die Städte Osch und Dschalalabat am Rande des Fergana-Tals im Südwesten
Kirgistans bilden momentan das Zentrum der Krise. Dschalalabat ist die
Heimatstadt von Ex-Präsident Bakijew; die Stadt Osch, die zweitgrößte
Stadt des Landes, sein ehemaligen Machtzentrum. In dieser Region
versuchten Bakijews Anhänger nach den revolutionären Aprilereignissen
Regierungsgebäude zu besetzen und einen Aufstand zu organisieren. Die
Unterstützung für den gestürzten Präsidenten brach jedoch ein, so dass
der Aufstand schnell unterdrückt wurde.
Bakijew befindet sich nun im weißrussischen Exil. Maksim, sein wohl
berüchtigtster Sohn, wurde kürzlich in London verhaftet, weil er von
kirgisischen Behörden beschuldigt wurde, Amtsmissbrauch begangen und
staatliche Gelder unterschlagen zu haben.
Die Entfremdung der Massen von der provisorischen Regierung ließ nicht
lange auf sich warten. Die Regierung senkte zwar die Preise für Strom,
Wasser und Gas - aber das waren auch die einzigen Versprechen, die von
ihr eingehalten wurden. Die Ersparnisse daraus wurden jedoch sofort
wieder durch eine sich verschärfende ökonomische Krise getilgt. Laut
Aussage von ExpertInnen drückte die Wirtschaftsblockade Usbekistans und
Kasachstans das Bruttoinlandsprodukt des Landes um weitere 15 Prozent
seit April. In einigen Regionen ist die Ökonomie praktisch zum Erliegen
gekommen. Das Haushaltsdefizit wächst unaufhörlich, sodass es im Herbst
zu einer Situation kommen könnte, dass staatlich Beschäftigte nicht mehr
entlohnt werden.
Eine wichtige Forderung der Massenbewegung vom April war die
Verstaatlichung der Schlüsselindustrien des Landes. Diese Forderung fand
großen Zuspruch weil es sehr offensichtlich war, wie Bakijew über
Privatisierung öffentlichen Eigentums das Land rücksichtslos
ausplünderte.
Innerhalb weniger Tage nach Machtübernahme hatte die provisorische
Regierung zwei der größten Banken "verstaatlicht", die bisher von
Bakijews Klan kontrolliert wurden. Außerdem hieß es, dass weitere 30
Firmen in staatliches Eigentum überführt wurden. Das hat jedoch noch
keine spürbaren Verbesserungen für die Arbeiterklasse des Landes mit
sich gebracht. Allerdings wurden etwa 16 Millionen US-Dollar aus den
Tresoren einer der "verstaatlichten" Banken entwendet - Geld, das so
schnell seinen Weg in die Taschen der neuen Regierungsoberhäupter fand.
Tonbandaufnahmen haben belegt, dass ein Minister 400.000 Dollar
einkassierte, weil er einem Verwandten zu einem Botschafterposten
verhalf. Weitere Aufzeichnungen legten dar, wie sich zwei Minister
darüber unterhielten, wie sie am besten eine Million Dollar Geld waschen
könnten.
Die Korruption geht also weiter. So wie der kirgisische Staatsapparat
von Bakijew-AnhängerInnen gesäubert wurde, werden nun Freunde und
Verwandte der neuen Regierungschefs mit Posten bedacht. Eine
Verbrecherbande wurde einfach durch eine andere ausgetauscht.
Drogenhandel
Aber nicht nur die Stellung der BürokratInnen und Bosse um Bakijew herum
wurde durch den Regierungswechsel bedroht. Osch ist einer der
Knotenpunkte für Drogen, die von Afghanistan kommen und durch
Zentralasien nach Europa geschmuggelt werden. Als Bakijew noch
herrschte, hatten die Drogenbarone klare Abmachungen mit den staatlichen
Behörden, die sicherstellten, dass ihre Geschäfte ungestört verlaufen
konnten. Diese Drogenbarone sind nun besorgt darüber, dass mit der
provisorischen Regierung ein gewisser Grad an Stabilität kommt, der den
Drogenhandel zwar nicht stoppen, aber den neuen Machthabern in der
Regierung mehr Kontrolle zusichern würde.
Diese Befürchtungen werden noch verstärkt durch die Avancen, die die
neue kirgisische Präsidentin Rosa Otunbajewa gegenüber dem Kreml macht.
Einer der Drogenbarone kommentierte das damit, dass es weitaus einfacher
ist, einen kirgisischen Beamten zu bestechen als mit den Russen klar zu
kommen.
Es liegt nahe, dass der Aufstand der Anhänger Bakijews darauf abzielt,
die politischen Verhältnisse vor der Konstituierung der neuen Regierung
zu zerrütten. Aber es kann auch kein Zweifel daran sein, dass diese mit
kriminellen Banden zusammenarbeiten, die ebenfalls bei den gewalttätigen
Unruhen des letzten Monats und den darauf folgenden Wochen eine Rolle
spielten. Das wird bekräftigt durch verschieden Augenzeugenberichte, die
beschrieben, wie vermummte und schwer bewaffnete Banden die ethnisch
motivierten Massaker lostraten.
Die Destabilisierung des Südens, wenn nicht gar ganz Kirgistans, liegt
sowohl im Interesse des Bakijew-Klans als auch der Drogenbarone und
Kriminellen.
Die ganze Region ist ein einziges Pulverfass. Osch war bereits 1990 das
Zentrum der brutalen ethnischen Konflikte, die das Fergana-Tal tief
erschütterten, bis sowjetische Truppen die Unruhen schließlich
unterdrückten. Fast alle 750.000 UsbekInnen leben in und um Osch herum.
Viele von ihnen sind bereits vor dem brutalen usbekischen Regime
geflohen.
Außer den Wenigen in der Region, die von Bakijews Regime profitiert
haben, tendierten die UsbekInnen dazu, die neue provisorische Regierung
zu unterstützen. Aber die Weltwirtschaftskrise hat auch diesen Teil der
Erde hart getroffen. Als die Krise Russland erreichte, waren Millionen
von eingewanderten ArbeiterInnen (die meisten aus Zentralasien stammend)
gezwungen nach Hause umzusiedeln, was die regionale Situation zusätzlich
belastete. Als die verarmte Bevölkerung der Region ihre Hoffnungen auf
den kirgisischen Aufstand im April setzte, fingen die Leute an die Sache
in die eigene Hand zu nehmen, indem sie sich Häuser und Ländereien der
Menschen aneigneten, die sie als die Schuldigen für die Verbrechen der
Vergangenheit ausmachten. Wegen der spontanen und unorganisierten Art
und Weise in der dies geschah, mussten diese Ereignisse unvermeidlich zu
neuen sozialen und ethnischen Konflikten führen.
Diese verschiedenen Faktoren haben zu einer Explosion des ethnischen
Konflikts geführt. Die Usbekischstämmigen wurden aus der Gegend von Osch
und Dschalalabat vertrieben. Autos und Geschäfte wurden abgefackelt. Die
Regierung schickte daraufhin Polizei- und Militäreinheiten in die Region
und mobilisierte ihre Verteidigungskräfte, die kurz nachdem sie sich vor
Ort postiert hatten während der Ereignisse im April auch gleich wieder
abgezogen werden mussten, weil die Situation unkontrollierbar wurde.
Besonders weil UsbekInnen dagegen protestierten, dass die staatlichen
Einheiten eng mit Denen zusammenarbeiteten, die die Pogrome zu
verantworten haben.
Ein Al Jazeera-Korrespondent berichtete, dass "die Leute sowohl von der
usbekischen als auch von der kirgisischen Community schrecklich Angst
haben. Sie sind bereit bei dem geringsten Anzeichen weiterer Gefahr und
Gewalt ihre Sachen zu packen und aus der Region zu fliehen."
Die ethnische Gewalt nimmt zu
Herauszuheben ist, dass viele Augenzeugen und auch die offiziellen
Behörden davon ausgehen, dass die Kämpfe zwischen KirgisInnen und
UsbekInnen nicht spontan ausgebrochen sind. Etliche UsbekInnen
berichteten, wie kirgisische FreundInnen und NachbarInnen ihnen Hilfe
anboten oder sie vor den Gefahren warnten, bevor sie dann gezwungen
waren, die Flucht zu ergreifen. Es gibt sogar Berichte von kirgisischen
und usbekischen Nachbarschaften, die gemeinsam ihren Wohnort
verteidigten. Die lokalen und nationalen Behörden haben dieser
instinktiv geschlossene Einheit keinerlei Beachtung geschenkt, obwohl
diese auch jetzt noch existiert. Diese Kämpfe stellen den Beginn des
Widerstands gegen die usbekische Krise dar.
Die Behörden suchen stattdessen nach Kräften außerhalb des Landes, die
ihnen aus der Misere helfen sollen. Der Ministerpräsident der Region
Osch hielt bereits fest, dass es in einer Reihe von Bezirken keinerlei
Konfrontation zwischen den ethnischen Gruppen gäbe, da "dort die
KirgisInnen selber die UsbekInnen verteidigen und sogar so weit gehen,
die eigenen Landsmänner zusammenzuschlagen um Angriffe zu verhindern."
Aber anstatt zu solch einer multiethnischen Verteidigung aufzurufen, die
bestehenden Zusammenhänge auszubauen und zu organisieren, appellierte
der Ministerpräsident an den lieben Gott und die Russen.
Weil es in den Städten weder Wasser noch Gas und Strom gibt, hilft die
ländliche der städtischen Bevölkerung und versorgt diese mit
Nahrungsmitteln. JournalistInnen beschreiben, dass die Krankenhäuser
wegen der vielen Verwundeten überfüllt sind und die für die Pogrome
Verantwortlichen sogar das Krankenhauspersonal angreifen, um dies davon
abzuhalten, die Verletzten zu behandeln. Diese Situation erinnert aus
verschiedenen Gründen stark an die ethnischen Konflikte, die den Balkan
und den Kaukasus in den 1990ern erschütterten.
Die kirgisische provisorische Regierung, die auf dem Rücken der
revolutionären Bewegung an die Macht kam, ist unfähig, radikale Reformen
durchzuführen und tut alles in ihrer Macht Stehende, um weitere
revolutionäre Entwicklungen zu stoppen. Aber nur eine Erneuerung der
revolutionären Protestwelle kann das Land aus der Katastrophe führen.
Nur eine Bewegung für radikale soziale Verbesserungen kann auch die
ethnischen Konflikte beruhigen.
Dass die Regierung schnell Polizei- und Militäreinheiten eingeschaltet
hat um die Region unter Kontrolle zu bringen zeigt, dass die neue
Regierung grundsätzlich bereit ist, mit militärischen Mitteln ihre Macht
zu behaupten. Einige KommentatorInnen nehmen an, dass die neue Regierung
unfähig ist, den Süden zu kontrollieren und dass dies zu einer Spaltung
des Landes in zwei oder mehr Regionen führt. Der Süden des Landes, der
eine hunderte Kilometer lange Grenze zu Afghanistan hat, könnte
fundamentalistische Gruppen dazu einladen, ihre Stellung in Zentralasien
auszubauen.
Die Krise schafft auch den benachbarten Ländern große Probleme. Was in
Kirgistan geschehen ist, ist ein Schaubild dessen, was auch in anderen
korrupten diktatorischen oder halbdiktatorischen Ländern Zentralasiens
blühen könnte. Sowohl Kasachstan als auch Usbekistan haben seit April
ihre Grenzen geschlossen. Konfrontiert mit einer Flüchtlingswelle von
Zehntausenden UsbekInnen und TadschikInnen hat Usbekistan 50.000
Menschen aufgenommen, bevor es mit der Begründung die Grenzübergänge
wieder dicht machte, dass das Land nicht genügend "Kapazitäten" mehr
habe.
Außerstande, die Krise aus eigener Kraft zu lösen, hat Kirgistans neue
Präsidentin Rosa Otunbajewa Russland gebeten, ihr militärische
Unterstützung zu gewähren. "Wir rufen den russischen Staatschef Dmitri
Medwedew auf, uns praktisch zur Seite zu stehen die beiden Seiten
auseinanderzubringen, weil es trotz unserer Appelle und unserem
bewaffneten Eingreifen nicht gelang uns durchzusetzen." Sie begründete
ihre Aufforderung damit, dass die kirgisische Armee nicht stark genug
und die Polizei des Landes komplett demoralisiert wäre.
Otunbajewas Bitte löste nur eine verhaltene Reaktion im Kreml aus,
obwohl Russland sofort Truppen schicken ließ um seinen eigenen
Luftwaffenstützpunkt außerhalb Bischkeks zu schützen. Auch schickte das
Land humanitäre Hilfe, was der Kreml großspurig ausfeierte. Otunbajewa
versuchte der russischen Regierung entgegenzukommen indem sie vorschlug,
dass im Falle einer russischen Intervention der US-amerikanische
Luftwaffenstützpunkt in Manas nahe Bischkek geschlossen würde. (Die USA
hatten ihre Flüge nach Afghanistan vor einigen Monaten über Rumänien
umgeleitet und die Nutzung über Manas eingestellt.)
Die Gefahr einer militärischen Intervention von außen
Kommentare von russischen Kommandeuren zeigen mögliche Gefahren einer
solchen Intervention. Generalmajor Leonid Ibaschow, der die russische
Intervention im tadschikischen Bürgerkrieg 1992-93 befehligte (die
russische Armee ist übrigens immer noch in Tadschikistan und
kontrolliert dessen südliche Grenze zu Afghanistan) stimmt nicht damit
überein, dass der "illegalerweise entmachtete Ex-Präsident Bakijew" der
Urheber des Konflikts ist. Ibaschow meint, dass "der Grund für diesen
ethnischen Konflikt die soziale Spaltung der Gesellschaft [ist], die
sich jetzt gegen die Menschen anderer Nationalitäten richtet. So etwas
geschieht, wenn der Staat zu schwach ist".
Aussagen wie diese zeigen, dass "Friedenstruppen" keine Lösung des
Problems sein können - sie können zwar versuchen den Konflikt teilweise
oder ganz zu unterdrücken, aber sie kommen nicht an die tieferliegenden
Wurzeln des Problems heran. Ibaschows Kommentar zu Bakijew illustriert,
dass eine russische Intervention sicher keinen neutralen Charakter
hätte. Wenn die russische Armee einmarschieren würde und damit Russland
in der Region eine größere politische Rolle beanspruchen würde, könnte
das Usbekistan dazu bringen, ebenfalls militärische Handlungen
vorzubereiten um die Regionen einzunehmen, die das Land für sich
beansprucht (Osch eingeschlossen). Schon jetzt verlegt die usbekische
Regierung ihre schwere Artillerie an die Grenze.
Nun steht noch im Raum, ob die ODKB ( Organisation des Vertrages über
kollektive Sicherheit, das gemeinsame Sicherheitsbündnis zwischen den
ehemaligen Sowjetstaaten Eurasiens) unter russischer Führung als
"friedenssichernde" Kraft interveniert.
Kirgistan oder Teile des Landes als russisches oder ODKB-"Protektorat"
würde auf einen starken Widerwillen Kasachstans und Chinas stoßen
(Chinas unruhige Provinz Sing Yiang hat eine 400 km lange Grenze zu
Kirgistan). Zudem würde auch bei den afghanischen Besatzungstruppen
großer Unmut geweckt werden.
Das Komitee für eine Arbeiterinternationale (CWI) ist gegen die Blockade
Kasachstans und Usbekistans. Wir warnen, dass die ganzen Erfahrungen auf
dem Balkan, im Kaukasus und anderswo, alle zeigten, dass der Einmarsch
fremder "Friedenstruppen" kapitalistischer Länder keine tieferliegenden
Probleme löst. Wir sind gegen die Stationierung fremder Truppen in
Kirgistan, die unvermeidlich die Interessen der regionalen
Kapitalistenklassen dienen würden und gegen die Arbeiterklasse und die
Jugend eingesetzt würden. Stattdessen rufen wir die ArbeiterInnen und
die verarmten Massen auf, die multiethnische Verteidigung, die bereits
existiert, weiter aufzubauen und zu entwickeln, ihre eigenen
demokratischen Strukturen zu schaffen und alle ethnischen Gruppen und
Nationalitäten vor Angriffen und Pogromen, kriminellen Banden und der
herrschenden Klasse zu schützen.
Für eine sozialistische Alternative
Bereits im April hielt das CWI fest, dass die Ersetzung eines
bürgerlichen Präsidenten durch einen anderen nichts ändern würde. Wir
schrieben, dass "ohne ein sozialistisches Programm und eine
sozialistische Organisation, die in der Lage ist, diese [demokratischen
und sozialen] Rechte [aller Arbeiter] für einen längeren Zeitraum zu
erkämpfen, revolutionäre Ereignisse wie solche nur in einer weitere
"farbigen Revolution" enden, in welcher die revolutionäre Energie der
Massen nur von einer anderen Schicht der herrschenden Kapitalistenklasse
ausgeschlachtet wird. Die neue Regierung benutzt schon die selbe Sprache
wie vor fünf Jahren [vor den vorhergehenden Aufständen], als deren
höchstes Ziel es war, die "Ordnung" wiederherzustellen. Die selbe Clique
wird wieder an die Macht kommen, nur diesmal ohne Bakijew." Jetzt, wo
das Land tief in den ethnischen Konflikten hängt, ist eine
Arbeiterorganisation mit einem sozialistischen Programm noch nötiger als
im April.
Solch eine Organisation ist notwendig, um die Versuche der herrschenden
Clique und der kriminellen Banden zurückzuschlagen, die die verarmten
Massen entlang ethnischer Unterschiede spalten will, indem
multiethnische Verteidigungskomitees aufgebaut werden, um alle
ArbeiterInnen und Armen vor den Pogromen zu schützen.
Nötig ist es gegen die Versuche der Herrschenden, eine neue Verfassung
nach ihren Interessen durchzudrücken, Widerstand zu leisten. Stattdessen
sollten revolutionäre Komitees der Arbeiterklasse und der Armen neue
Wahlen zum "Kurultaja" [der traditionellen Volksversammlung der
KirgisInnen, der Übersetzer] um eine neue Form wirklicher Demokratie im
Interesse der Bevölkerung zu schaffen. Eine sozialistische Alternative
würde wirkliche Verstaatlichungen durch die Enteignung der Reichen
sicherstellen und gewährleisten, dass die verstaatlichte Industrie von
Arbeiterkomitees kontrolliert und verwaltet werden, als Teil einer
demokratisch geplanten Wirtschaft.
SozialistInnen rufen auf, den Herrschenden und kriminellen Banden die
politische und wirtschaftliche Macht abzunehmen und eine Regierung der
ArbeiterInnen und Armen für ein sozialistisches Kirgistan aufzubauen,
als Teil einer Sozialistischen Föderation Zentralasiens.
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