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119 UPS Arbeiter entlassen – Solidarität gefragt!


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Thema: Arbeitskämpfe, Türkei, veröffentlicht: 19.07.2010

Protest gegen Einschüchterung von Gewerkschaftern!

Interview mit Erol S., entlassener UPS Arbeiter. Erol is 40 Jahre alt und arbeitete bis zum 5. Mai 2010 als Sortierer für UPS in Istanbul. Er ist verheiratet und hat 4 Kinder.

Frage: Warum hat UPS dich entlassen?

Antwort: Offiziell hieß es, die Anzahl der Beschäftigten sei reduziert worden. Aber ich bin sicher, dass ich rausgeflogen bin, weil ich ein Mitglied der Gewerkschaft Tumtis bin. 119 Arbeiter teilen mein Schicksal.

Frage: Weshalb braucht ihr eine Gewerkschaft?

Antwort: Wir arbeiten 10 Stunden am Tag und zusätzlich noch Überstunden. Wir bekommen 521 Türkische Lira (circa 260 Euro) Lohn im Monat. Aber z.B. die Miete für eine Wohnung in Istanbul kostet 450 TL. Die Dinge können nicht so weitergehen wie bisher, das sind Sklavenbedingungen. Sie geben uns keine Teepause, nur 10 Minuten für das Mittagessen. Arbeiter werden in dieser Frage gegeneinander ausgepielt: wenn ein Arbeiter seine 10 Minuten Mittagspause verlängert, wird der nächste dafür benachteiligt. Das vergiftet die Arbeitsatmosphäre.

Frage: Was ist zu tun?

Antwort: Wir fordern einen 8-Stunden-Tag. Wir wollen 1500 – 2000 TL im Monat an Lohn. Das ist es, wofür wir kämpfen. Und natürlich fordern wir die Wiedereinstellung der entlassenen Arbeiter. Aber nicht nur Wiedereinstellung unter den vorherigen Bedingungen. Unsere Gewerkschaft muss akzeptiert werden und das Recht haben zu verhandeln. Unsere Rechte müssen uns gewährt werden.

Frage: Was unternehmt ihr um diese Forderungen durchzusetzen?

Antwort: Das Wichtigste ist es, die Arbeiter zu organisieren. Es gibt 4500 UPS Arbeiter in der ganzen Türkei. Wir verteilen Flugblätter, wir sprechen mit den Arbeitern, wir organisieren Aktionen und Proteste. Jeden Tag gewinnen wir neue UPS Arbeiter für Tumtis, die uns helfen stärker zu werden.

Sendet Solidritätsbriefe an solidarity@socialistworld.net. Wir werden diese an Erol und seine Kollegen weitergeben.

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