Für europaweiten Widerstand gegen die Kürzungspolitik der Kapitalisten!
[Druckversion] Thema: Widerstand gegen Krise und Kapitalismus, Europa, Deutschland: Politik allgemein, veröffentlicht: 19.03.2010
Grußadresse aus Griechenland an die Demonstrationen in Essen und
Stuttgart
Liebe Brüder und Schwestern, deutsche Arbeiterinnen und Arbeiter, die
Ihr gegen die Kürzungspolitik von Angela Merkel und Co.kämpft,
wir senden Euch unsere wärmsten Grüße und wünschen Euren Kämpfen Erfolg!
Es gibt heute keinen Teil der Arbeiterklasse in Europa, der nicht
angegriffen wird. Die herrschenden Klassen in Europa wollen uns für die
Krise bezahlen lassen, für die sie selber verantwortlich sind - die
Bänker und Profiteure in ihrem unersättlichen Durst und Gier nach
Profit. Sie wollen, dass wir für die Rettung der Banken und Konzerne
zahlen, die im Verlauf der Krise zusammen gebrochen sind.
Die griechische Arbeiterklasse wird gezwungen, einen hohen Preis zu
zahlen. Aber sie trägt nicht die geringste Verantwortung für die Krise.
Als ob das nicht genug wäre, wird eine Lawine von Lügen und
Verleumdungen über uns ausgeschüttet, werden wir als faul und korrupt
dargestellt. Die das behaupten sind Lügner und Heuchler. Und sie lügen
um ihre eigene kriminelle Politik zu verstecken.
Sie sagen “wir leben über unseren Verhäktnissen” ...
... aber sie sagen nicht, dass eine Million friechischer Rentnerinnen
und Rentner von weniger als 500 Euro im Monat leben.
... sie erwähnen mit keinem Wort die “700-Euro-Generation” - die neue
Generation junger Beschäftigter, die nicht mehr als 700 Euro im Monat
verdienen - wenn sie einen Vollzeitarbeitsplatz haben, was selten der
Fall ist. Tatsächlich haben sie Teilzeitjobs für 300 oder 400 Euro im
Monat mit Monats- oder sogar Tages-Arbeitsverträgen.
...sie erwähnen kaum, dass zwanzig Prozent der griechischen Bevölkerung
unter der Armutsgrenze leben und sie erklären nicht, dass diese
Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie bei 900 Euro monatlich liegt.
Das ist keine Armut - das ist Hunger!
Sie behaupten die griechischen Arbeiterinnen und Arbeiter seien korrupt,
aber sie erwähnen niemals die wirklich Verantwortlichen. Der größte
Skandal der letzten Zeit war der Siemens-Skandal. Die Personen, die von
Siemens gekauft wurden gehörten zu den engsten Kreisen der Regierung und
beider Parteien der herrschenden Klasse. Die großen multinationalen
Konzerne und die Top-Eliten stecken bis zum Hals in Korruption -aber sie
verlangen, dass Arbeiter für ihre Verbrechen zahlen!
Nur mit Lügen und Verleumdungen können sie ihre Politik durchsetzen.
Selbst in Zeiten dieser zerstörerischen Krise denken sie nur an ihren
Profit. Angela Merkel besteht darauf, dass die griechischen
Arbeiterinnen und Arbeiter für die Krise zahlen, aber sie besteht auch
darauf, dass die die 60 Eurofighter, Leopoard-Panzer und U-Boote kauft,
worüber gerade verhandelt wird. Die amerikanische, französische und
deutsche Rüstungsindustrie hat in Griechenland einen exzellenten Kunden.
4,3 Prozent des Bruttoinlandprodukts werden für Rüstung ausgegeben - die
höchste Rate in Europa! Aber keiner der ‘weisen’ Politiker fordert
Kürzungen im Rüstungshaushalt.
Die Heuchelei der EU-Führer wird Millionen griechischer Arbeiterinnen
und Arbeiter immer klarer. Sie verstehen, dass der Feind zu Hause und im
Ausland steht - die griechische herrschende Klasse zusammen mit den
herrschenden Klassen Europas sind die Feinde! Und die einzigen
Verbündeten, die wir haben sind die Arbeiterinnen und Arbeiter anderer
Länder, die auch gegen Kürzungen kämpfen.
Wir brauchen eine europaweite Einheit gegen die Angriffe. Keiner von uns
kann alleine kämpfen. Wir brauchen einen europaweiten Aktionstag der
Arbeiterinnen und Arbeiter. Wir brauchen einen allgemeinen europaweiten
Generalstreik gegen diese Kürzungspolitik.
Hinter der Krise stehen die Bänker, Spekulanten und multinationalen
Konzerne. Sie sollen zahlen! Eine unserer zentralen Forderungen sollte
die Verstaatlichung der Banken und deren demokratische Kontrolle und
Verwaltung durch die Beschäftigten und die Gesellschaft sein! So könnten
sie für das Wohl der Mehrheit und nicht für den Profit einer kleinen
Minderheit wirtschaften.
Andros Payiatsos
Nationales Sekretariat SYRIZA (Koalition der Radikalen Linken)
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